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Beim Bailout deutscher Autobauer sollen wir alle mitbezahlen

Gemischte Gefühle nach dem Autogipfel: Damit endlich weniger Dreck aus dem Auspuff kommt, sollen Autobesitzer in Darmstadt und Limburg Steuergeld bekommen. Die Situation erinnert an die Finanzkrise, nur dass es sich diesmal um einen „Bailout“ für unehrliche Autobauer handelt. Wir haften also wieder alle mit. Erschwerend kommt hinzu: Ausgerechnet in Frankfurt – Deutschlands Diesel- und Pendlerhauptstadt – ist die Situation vorgeblich nicht schlimm genug für Hilfen an privat. Ein Fiasko, dass der AfD massenhaft Protestwähler bringen dürfte.

Darüber sollten wir diskutieren

Nachdem die Politik jahrelang an der Seitenlinie ruhig zugesehen hat, tut sich kurz vor den hessischen Landtagswahlen am 28. Oktober doch noch was. Wenigstens Autobesitzer in Limburg und Darmstadt sollen staatliche Umtausch- oder Umrüstungsprämien erhalten. Da jedoch Frankfurt den Stickoxid-Grenzwert von 40μg/m³ Luft nur geringfügig überschreitet, profitiert hier erstmal nur die Stadt. Sie soll Steuergeld erhalten, damit Linienbusse, Müllautos und Lieferwagen sauberer werden. Erst wenn das nachweislich nicht reicht, gibt’s möglicherweise auch Geld für rund 100.000 Frankfurter Benziner und Diesel, deren Abgase die Grenzwerte nicht erfüllen. Was mit den vielen Auto-Pendlern sein wird, weiß noch keiner.

So geht Bailout auf Deutsch: Rettung für die Autobauer mit Steuergeld

Einerseits ist es für alle gut, wenn die Grenzwerte erreich werden. Andererseits bezahlen aber auch Radfahrer und RMV-Pendler mit ihren Steuern für die Fehler der Auto-Konzerne. Das gilt natürlich auch dann, wenn man sich vernünftigerweise ein Hybrid- oder Elektro-Auto angeschafft hat. Als technisch denkender Mensch fragt man sich außerdem: Reicht es eigentlich, dass es in Frankfurt nur drei öffentliche Luftmessstationen gibt oder diskutieren wir eigentlich auf einer unzureichenden Datenbasis?

Autofahrer sind verunsichert und müssen bald einen Werkstatttermin einplanen. Dieselfahrer verlieren Geld, denn der Gebrauchtwagenmarkt ist ihnen weggebrochen. Hundertausende Städter atmen seit Jahren schlechte Luft. Und das alles wegen dem #Dieselgate, den uns deutsche Vorzeigeunternehmen eingebrockt haben.

Wind in den Segeln der AfD

Sind wir ehrlich: Das Automobil ist eine deutsche Herzensangelegenheit. Selbst die Zurückhaltendsten zeigen Gefühle, wenn sie hinterm Steuer sitzen. Für Hessen ist das eine ganz gefährliche Mischung, denn die Protestwähler werden sich rächen und in Scharen die AfD (Alte Naive für Deutschland) wählen.

Jetzt wollen wir von dir wissen, wie du das findest. Bitte diskutiere mit:

  •        Wie siehst du die Situation ganz persönlich?
  •        Was ist schiefgelaufen und kann jetzt getan werden?
  •        Wie kann man die Autokonzerne in die Pflicht nehmen?
  •        Ist Die Partei eine echte Alternative für Protestwähler?

Wir bitten um eine sachliche Diskussion zu diesem Thema. Bitte melde dich auch kurz an, damit kein Werbespam gepostet werden kann. Danke, wir freuen uns auf deinen Beitrag zu diesem wichtigen Thema.

(Bildquelle: CC Markus Tacker ‚Stau auf der A661 bei Offenbach Kaiserlei‘ https://www.flickr.com/photos/tacker/8724623405)