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Das “Senckenberg” für Computer-Dinosaurier eröffnet im Oktober

Offenbach gewinnt eine neue Attraktion: Am Samstag, 13. Oktober, eröffnet der Digital Retro Park (DRP) – eine Art Senckenberg-Museum für Computer-Dinos zum Anfassen und Mitspielen. Egal ob 60 oder sechs Jahre alt: Commodore C64, Atari ST und weitere gut erhaltene Zeitzeugen machen jedem Spaß.

Wenige Fußminuten von der S-Bahn-Station Marktplatz hat der DRP nach fünfjähriger Suche seine Heimat in gefunden: Die Räume sind im ersten und zweiten Geschoss der Walterpassage, Frankfurter Str. 13-15, der Zugang ebenerdig über eine schöne geschwungene Treppe. Auf würdigen 200 Quadratmetern präsentieren sich piepsende und ratternde Ausstellungsstücke, die nicht in Vergessenheit geraten dürfen.

Schließlich handelt es sich um die Ur-Ahnen unserer heute allgegenwärtigen Smartphones. Dass die auch heute noch unterhaltsam sind, davon kann man sich bei der Eröffnungsfeier ab 11 Uhr überzeugen!

Die Mitglieder des gemeinnützigen Vereins (zu denen übrigens auch der Autor dieses Artikels zählt) haben sich bereits 2013 zusammengetan. Die Idee war klar: Wir wollten Kindheitserinnerung nicht verblassen lassen. Das hat uns vereint, auch wenn es nicht immer ganz einfach war. Vor allem stellte sich die Frage, wie man den Traum am besten finanziert.

Plötzlich war dann doch Geld da

Die Antwort war, online Spenden zu sammeln. Fast 300 Unterstützer aus ganz Deutschland, die meisten aber aus Rhein-Main, trugen auf diese moderne Weise bei – obwohl es im grottigen Crowdfunding-Video die ganze Zeit im Hintergrund ratterte und fiepte. Wir hatten es einfach aus der Hand und ohne Schnitt auf der iOS-Entwickler-Konferenz Macoun gedreht, wo der DRP eine Ausstellung mit Retro-Macs zeigte.

Zum Schluss war eine der größten Crowdfunding-Aktionen, die Rhein-Main bis dato gesehen hatte. Sogar der Offenbacher Elektro-DJ Anthony Rother kam uns zu Hilfe. Schließlich hat er in den 80er-Jahren seine Musik-Karriere mit dem Commodore C64 begonnen.

Trotz des großen Zuspruchs: Wir waren extrem aufgeregt und angespannt. Denn bis zur letzten Minuten, war nicht klar, ob es überhaupt mit der Crowdfunding-Kampagne klappen würde. Was haben wir geschwitzt!

Aber bumms! Plötzlich hatten wir stolze 25.079 Euro zur Eröffnung des Digital Retro Park zur Verfügung. Größter Unterstützer war dabei die Aventis Foundation, die für jeden gesammelten Euro schlussendlich noch was drauf legte. Jedem, der uns damals unterstützt hatte, nochmal danke.

Doch jetzt wohin mit der ganzen Kohle?

Gut, der Verein war jetzt finanziell gut ausgestattet. Es gab keine Ausreden mehr, wir mussten nun handeln. Aber wo sollte der Digital Retro Park denn jetzt hin? Angeführt von Georg Klein, der seinerzeit den Waggon am Main betrieb und jeden Winkel der Stadt für uns prüfte, wurden massenhaft „Locations gescoutet“. Ohne Erfolg.

Zunächst bekam der Retro-Park eine Mini-Heimat im ehemaligen Zollamt gegenüber vom Ledermuseum. Die acht Quadratmeter große Amtszelle mussten wir uns noch teilen und es gab nie genug Schlüssel für alle. Immerhin konnten wir im Januar nach dem Crowdfunding im Eingangsbereich des Zollamts dann eine große Atari-Ausstellung machen. Die war sehr gut besucht und bewies, dass das DRP-Konzept ankommen würde. Aber auf Dauer war das alles zu klein. Die ganzen gesammelten Ausstellungsstücke mussten solange im Selfstorage geparkt werden.

Das große Ziel nie aus den Augen verloren

Gut Ding will Weile haben: Weil wir unsere Crowdfunding-Unterstützer nicht enttäuschen wollten und an die Sache glaubten, wurde weiter gemacht. Jetzt ist es endlich soweit. Dank der unermüdlichen Arbeit meiner Vereinskollegen – insbesondere Stefan, Falk, Georg und Mugg kann man nicht genug loben – wird der Digital Retro Park nun Wirklichkeit.

Ende gut alles gut? Nicht ganz: Zwar gewinnt Offenbach eine Attraktion, aber ob sie bleibt, entscheidet letztlich ihr als Besucher. Das Geld aus dem Crowdfunding wird jeden Monat Stück für Stück von der Miete aufgefressen werden. Die Stadt Offenbach, kann dank Rettungsschirm nicht viel machen, wenn sich der Digital Retro Park nach einiger Zeit dann doch nicht mehr trägt.

Also kommt vorbei, besucht den DRP und erzählt es weiter. Außerdem könnt ihr hier Mitglied werden oder was gegen Quittung spenden. Falls ihr den neuen Digital Retro Park mit der Firma oder der Schulklasse besuchen wollt, geht das nach Abstimmung ebenfalls.

Hurra, der DRP ist Museum! Kommentiert gerne unten, wenn ihr was wissen wollt oder andere Beiträge habt.

Euer roman@make-rhein-main.de

 


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