Hitze und Brandgefahr: Tipps der Frankfurter Feuerwehr zur Vermeidung

Im Interview mit Andreas Mohn dem Sprecher der Feuerwehr Frankfurt

Ist die Brandgefahr auch im städtischen Bereich bei der aktuellen Hitze höher?

Noch verzeichnen wir keinen ungewöhnlichen Anstieg der Einsatzzahlen. Allerdings darf aktuell in Frankfurt auch auf Parkflächen, die sonst freigegeben sind, nicht gegrillt werden, weil es dafür einfach zu trocken ist.

Natürlich gibt es viele technische Anlagen, die aktuell überhitzen können – insbesondere Motoren, die mit Luftkühlung arbeiten oder andere technische Geräte, die sich selbst erwärmen. Das kann auch das Handy sein. Gewöhnlich verfügen die meisten Geräte allerdings über eine Warn- oder sogar eine automatische Abschaltfunktion.

Dann ist sicher auch bei aufgeheizten Autos erhöhte Vorsicht geboten oder? 

Bei den aktuell vorherrschenden 38 Grad Celsius kann sich der Innenraum eines Autos in circa einer Stunde auf bis zu 65 Grad erhitzen. Das liegt daran, dass sich die Hitze staut. Daher bitte keinesfalls Spraydosen im Auto lassen, weil diese explodieren können.

Bei technischen Geräten mit Akku, etwa dem Navi, lohnt sich ein Blick in die Gebrauchsanweisung, um sich selbst, aber auch den Zustand des Geräts zu schützen. Darin sind Betriebsgrenzen für die Temperatur angegeben.

Kommt es bei der Hitze häufiger auch zu Selbstentzündungen, etwa in Mülleimern? Worauf muss ich achten?

Ein typischer Fall der Selbstentzündung, der auch öfter vorkommt, sind Tücher mit Leinöl, wie sie bei der  Holzbehandlung verwendet werden. Wenn diese in der schwarzen Mülltonne liegen, kann es bei hoher Sonneneinstrahlung ebenfalls zum Hitzestau kommen. Hinzu kommt, dass die Tücher für eine größere Oberfläche des Öls sorgen, was brandförderlich ist, weil so mehr Sauerstoff mit den Ölen in Kontakt kommt. Der Prozess bis zur Selbstentzündung ist langsam, kann aber natürlich gerade in einer Hitzewelle öfter auftreten.

Ein anderer Fall bei Sonneneinstrahlung ist die Glasflasche, die beim richtigen Sonnenwinkel zum Brennglas wird. Das kann in der offenen Mülltonne, aber auch im Wald oder der Fläche passieren.

Wo kann ich mich am besten informieren, wenn ich mehr über Hitze und Feuer in der Stadt erfahren möchte?

Der Deutsche Wetterdienst in Offenbach (hier die DWD Hessenkarte) bietet aktuelle Infos und Prognosen ständig aktuell online. Außerdem empfehlen wir die Tipps des BBK Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. Das hat diese Woche gerade einen neuen Online Flyer mit Tipps zum Umgang mit der Hitze herausgegeben. 

Wie schützt sich die Feuerwehr bei der Sonnenhitze und was können wir davon lernen?

Selbst bei der Hitze können wir natürlich bei der Feuerbekämpfung nicht auf unsere Schutzkleidung verzichten. Die schirmt uns vor der Hitze eines Brandes nach außen ab, aber isoliert natürlich auch von innen.

Das kann man sich ein bisschen vorstellen, wie ein künstliches Fieber, das wir für 20 bis 30 Einsatzminuten aushalten müssen. In dieser Zeit schwitzen wir einige Liter raus und trinken daher – auch vorher auf Reserve – viele isotonische Getränke.

Wegen der Hitze haben die Feuerwehrkräfte aktuell ihre Ruhezeiten vor dem Einsatz verlängert, was bei uns Marscherleichterung heißt. Außerdem stehen bei uns Flüssigkeitsreserven für die Einsatzkräfte bereit, die auch an den Einsatzort gebracht werden können.

Auch allen anderen würde ich dazu raten, viel zu trinken, die Kräfte zu schonen und vorzusorgen.

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