Opinion make rhein main artikel 13“Weil der König aber nur zwölf goldene Teller hatte, konnte er die 13. Fee nicht einladen. Diese war darüber so erbost, dass sie einen Fluch aussprach …” – ist Artikel 13 der Urheberrechtsreform auch ein Fluch – oder ein Segen? Kann man ihn vielleicht abmildern? Oder sollte er mit aller Härte durchgesetzt werden? Wir haben die wichtigsten Stimmen für euch zusammen getragen:

Harald Patt, CEO at Fosun Europe Innovation Hub: Es geht weiter, was mit der DSGVO angefangen hat. Die kleinen haben Angst, werden ab- bzw. weggemahnt und große amerikanische Anbieter können damit umgehen. Dann sieht das Internet so aus wie die Einkaufsstraßen der Städte… alle gleich und langweilig.”

Katarina Barley, Bundesjustizministerin zu spiegel.de “Artikel 13 ist doch nur ein Teil dieser EU-Richtlinie. In den Artikeln 14 bis 16 geht es zum Beispiel um die Künstler – und die sind mir auch wichtig. Die Kreativen müssen stärker an den Gewinnen ihrer Werke beteiligt werden, die andere machen. Zu Artikel 13 gibt es sowohl in der Bundesregierung als auch in der EU unterschiedliche Meinungen. Spanien, Frankreich, Italien und Großbritannien etwa sind klar für die vorliegende Fassung. In der Bundesregierung wollte ich wiederum Artikel 13 aus der Richtlinie rausnehmen, denn Uploadfilter halte ich für den falschen Weg. Durchsetzen konnte ich immerhin, dass es eine Verhältnismäßigkeitsregelung gibt und Ausnahmeregelungen für Start-ups eingeführt werden.


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Roman Keßler, Geschäftsführer MAKE Europe GmbH: “Europa ist beleidigt, dass amerikanischen Tech-Champions innovativer sind als die deutsche Autoindustrie. Und weil viele unserer Politiker so bräsig sind wie drei Meter Feldweg, wird sich das sobald auch nicht ändern. Da schieben sie – aus meiner Sicht – lieber einen Riegel vor. Und die kleinen europäischen Ideen, wie das Berliner SoundCloud, werden gleich mitrasiert. Aber das Ende der Meinungsfreiheit ist es nicht: Denn Fakt ist, dass zum Beispiel unser Tech-Blog Make-Rhein-Main.de nichts zu befürchten hätte. Hier gibt’s nur originalen Content zum digitalen Lifestyle in Rhein-Main, aus redaktionell kontrolliertem und regionalem Anbau.”

Sven Ulbrich, Vorstand der CAPSENSIXX AG:Urheberrechte und damit Eigentum zu schützen, ist ja per se ein öffentlicher Auftrag. Nur was im Zuge der EU-Urheberrechtsreform eingeführt werden soll, schießt weit über das Ziel hinaus. Das Prinzip der Verhältnismäßigkeit ist offensichtlich vernachlässigt worden. Eigentum über die Möglichkeit und damit das Recht auf freie Meinungsäußerung zu stellen, weicht deutlich vom Auftrag an eine demokratisch legitimierte Legislative ab.”

 

Und was meinst Du? Artikel 13 – yeah oder neij? Diskutiere mit uns in den Kommentaren!

Oder lies im Background-Artikel “Sieht das Internet bald aus wie die Rüsselsheimer Innenstadt?” weiter zum Thema!

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