was successfully added to your cart.

Der Traum vom eigenen Roboter: Für kleine und große Bastler gibt es inzwischen Bausätze, die das ermöglichen.

Einer davon ist Tino Werners Kabibo mit acht verblüffenden Funktionen.

Von Larissa Laubach

Ich habe ihn mal für euch ausprobiert. Ganz einfach war’s nicht!

Der Kabibo von Tino Werner liebt das Licht. Er ist mit verschiedenen Sensoren ausgestattet, die ihm die Unterscheidung zwischen hell und dunkel ermöglichen. Je nachdem wie die Sensoren angebracht werden, kann er auch Linien fahren, verfolgen und das Weite suchen.
Los geht's!

Eigentlich sollte mein Kabibo ein Geschenk für eine Freundin werden. Als sie geheiratet hat, war ich ziemlich pleite und konnte ihr nicht so ein großes Geschenk machen, wie ich es gerne getan hätte. Also suchte ich eine ganze Weile nach einem kreativen Zusatzgeschenk, das sie nicht nur begeistert, sondern auch zum Staunen bringt. Durch Zufall bin ich auf den Kabibo gestoßen und dachte direkt an meine Freundin.

Wer sich einen Roboterstaubsauger kauft und Außergewöhnliches mag, wird doch sicher einen kleinen Hausroboter toll finden. Gesagt, gekauft!

Einige Tage nach der Bestellung lag der Kabibo-Baukasten bereits in meinem Briefkasten. Überraschend kleine Box, überraschend viele Bauteile. Neben den beiden Motoren, einer Batterie und einem Metallwinkel, waren unter anderem auch Sensoren und Widerstände in der Box.

Für jemanden, der Physik nach der 11. Klasse abgewählt hatte, eine Herausforderung!

Aber wenn ich es geschafft habe, den Benzinfilter eines 1984er Opel Corsa ohne Probleme zu wechseln, schaffe ich es auch, diesen Mini-Roboter zusammenzubauen. So schwer kann das ja nicht sein!

Bei der Montage ist Konzentration gefordert:

Mit der Bauanleitung, einer Zange und einem Seitenschneider bewaffnet, machte ich mich ans Werk.

Beim ersten Überfliegen der Anleitung fielen mir die vielen Fachbegriffe und genauen Erklärungen auf, etwa warum welcher Transistor in welche Reihe des Breadboards gehört. Da ich nicht genug von Physik verstehe, um hier mitzukommen, übersprang ich die Erklärungen und hielt mich einfach an die Anweisungen dazwischen.

Nach etwas mehr als einer halben Stunde Kabelbinder anlegen, Drähte zurechtschneiden und Dioden in ihre Plätze stecken, habe ich es geschafft, meinen Kabibo zusammen zu bauen.

Kleiner Tipp

Kleiner Tipp: Lasst die Kabelbinder erstmal locker, damit ihr eventuelle Fehler noch korrigieren könnt. Sind sie nämlich festgezogen, ist es sehr schwer. Im schlimmsten Fall müsst ihr sie durchschneiden und im Baumarkt neue besorgen.

Mir sind ein paar Fehler bei der Montage passiert – beim Hantieren mit den Kabelbindern hat sich ein Motor gedreht oder auch die Batterie – und ich war froh, die Kabelbinder noch nicht ganz festgezogen zu haben.

Die Experimente gelingen am besten bei Sonnenlicht

Die Experimente

Um die 8 unterschiedlichen Experimente durchführen zu können, musste ich die Sensoren und Widerstände meines neongrünen Kabibos jeweils auf dem Breadboard umstecken. (Wie genau das geht, ist in der Anleitung ziemlich gut beschrieben.)

Grundsätzlich lassen sich zwei Modi einstellen: Entweder der Kabibo folgt dem Licht oder er folgt dem Schatten beziehungsweise einem dunklen Objekt.

Es geht also immer um einen Hell-Dunkel-Kontrast, entsprechend sollte der Boden und die Gegenstände für die verschiedenen Experimente gewählt werden. Auf weißen Fließen mit viel Licht von oben verliert er die Orientierung und fährt wild durch die Gegend.Er kann außerdem Gegenständen ausweichen oder sie verfolgen und sogar Dinge durch die Gegend schieben (da es in meinem Haushalt keine Bauklötze zum Rumschieben gibt wie in der Anleitung empfohlen, musste mein Brillenetui dafür herhalten).

Als mein Kabibo das erste Mal losfuhr, habe ich mich tierisch gefreut. Was für ein Erfolgserlebnis. Ich habe etwas gebaut und es fährt!

Natürlich habe ich auch gleich alle Experimente durchprobiert. Am meisten Spaß hatte ich, wenn die LED-Augen bei Beschleunigung grün aufleuchteten und er entweder vor meiner Hand floh oder mein schwarzes Handy verfolgte. Aber auch den Wäscheklammer-Parcours hat er gemeistert, nachdem ich die Sensoren nachjustiert hatte. Denn zuvor raste er einfach in den Berg aus Wäscheklammern und dann weiter in Richtung Teppich.

Die mitgelieferten Sensoren reagieren sehr fein und müssen zwischendurch neu ausgerichtet werden, wenn er nicht tut, was er eigentlich sollte. Das hat jedoch auch nicht immer funktioniert.

Ob das an meinen Steckkünsten lag oder er doch ein wenig eigenen Charakter hat, sei dahingestellt. Lustig war es allemal. Am besten fuhr er auf glatten Oberflächen wie Tisch oder Holzboden, Probleme hatte er lediglich mit Teppichen und tieferen Fugen auf gefliesten Böden. Die Kabelbinder kann man laut Anleitung kürzen, ich habe sie jedoch lang gelassen. So konnte ich ihn hochheben, ohne Kabel oder Sensoren aus Versehen herauszuziehen.

Kritikpunkte

Der Fairness halber muss ich sagen, dass es auch ein paar kleine Kritikpunkte an meinem neuen Freund gibt: Das Umstecken nach Anleitung hat mit meinen durchschnittlich großen Frauenhänden ganz gut geklappt. Ich könnte mir jedoch vorstellen, dass es für jemanden mit dickeren Fingern nicht so einfach ist, da das Breadboard ziemlich klein und die Sensoren und Widerstände sehr eng gesteckt sind. Wenn die Batterie mal leer ist, müsste man außerdem die Kabelbinder durchschneiden, um sie zu wechseln. Kabelbinder sind zwar nicht teuer, so schöne neongrüne gibt es zumindest in meinem Eisenwarenladen leider nicht.

Sehr günstig ist der Kabibo auch nicht, was aber bei einer geringen Produktionszahl schon nachvollziehbar ist. Es kann sich aber durchaus lohnen, sich einen anzuschaffen.

5 Gründe, sich einen Kabibo anzuschaffen
  1. Ihr seid leidenschaftliche Bastler … habt schon als Kinder am liebsten mit Lego gespielt, Modellflugzeuge gebaut oder gerne gelötet? Den kabibo müsst ihr zwar „nur“ zusammenstecken, aber hier werdet ihr auf jeden Fall auf eure Kosten kommen. Denn nachdem ihr ihn zusammengebaut habt, müsst ihr die Sensoren und Widerstände immer wieder umstecken, um die unterschiedlichen Funktionen zu nutzen. Außerdem könnt ihr mit relativ wenigen Bauteilen ein ziemlich cooles Spielzeug selbst bauen. Vielleicht könnt ihr ihn sogar erweitern, mit großen Reifen oder einer Sirene. Lasst euch was einfallen.
  1. Roboter sind das Größte für euch … ihr findet Roboter einfach toll, hättet am liebsten Robocop oder den Terminator als Kumpel? Der Kabibo fängt zwar keine Gangster und kann auch nicht durch die Zeit zurückreisen, um John Connor zu beschützen (oder Sarah zu jagen), aber dafür ist er ein kostengünstiges Modell, das auch mit euch in Interaktion tritt. Mal ehrlich, wer soll sich denn einen Cyborg schon leisten können, sobald er entwickelt wurde? Wenn ihr also kein russischer Oligarch seid und nicht wisst, wohin mit euren Milliarden, haltet euch lieber an den Kabibo.
  1. Als Technikfreunde habt ihr Spaß daran… zu sehen, was auch einfache Technik alles kann? Ihr wollt die Technologie um euch herum wirklich verstehen, weil es euch fasziniert, wie eine Kombination aus Einzelteilen plötzlich zusammenarbeitet und eine neue Funktion erhält. Es fasziniert euch, wie relativ einfache Bauteile zu einer Maschine werden. Als Kinder habt ihr eure Eltern in den Wahnsinn getrieben, weil ihr Radio und Telefon auseinander genommen habt, um zu sehen, wie sie funktionieren. Und eigentlich hättet ihr am liebsten eine eigene Werkstatt und würdet gerne eure heutigen Elektrogeräte reparieren, wenn sie nach exakt zwei Jahren Nutzung kaputt gehen. Beim Kabibo seht ihr gleich, wie er funktioniert, denn er besitzt keine Verkleidung und das Umstecken der Sensoren wird euch sicher ebenfalls Spaß machen, weil ihr sofort einen neuen Effekt erzielen könnt.
  1. Ihr konntet eure Spielfreude erhalten…seid im Herzen Kinder geblieben oder wollt euren Kindern Spaß an der Technik vermitteln? Der Kabibo ist ein Spielzeug für Erwachsene und größere Kinder mit einer guten Feinmotorik. Warum also nicht mal einen Abend Hindernisse bauen und den Kleinen mit einem Taschenlampen-Köder durch die Wohnung führen? Wäre eine gute Abwechslung zu Monopoly oder TV Trash.
  1. Eigentlich wünscht ihr euch ein Haustier… habt aber eine Allergie, müsst viel arbeiten oder dürft keine Tiere in eurer Wohnung halten? Zugegeben, der Kabibo ist längst nicht so süß und kuschelig wie eine Katze oder so treu und verspielt wie ein Hund. Aber wenn man etwas einfach nicht haben kann oder darf, sollte man ruhig ein wenig erfinderisch werden. Das Argument ist zwar etwas an den Haaren herbeigezogen – aber witzig und deswegen eine Überlegung wert.
FAZIT

Join the discussion One Comment

Leave a Reply