Interview mit einem Holzwurm

Im Makerspace Wiesbaden haben die „Holzwürmer“ das Sagen – der größte Teil der Fläche ist von Fräsen, Sägen und anderen holzverarbeitenden Maschinen dominiert. Zum einjährigen Geburtstag des Vereins haben wir mit dem „Oberholzwurm“ Michael Ziem gesprochen. Einen seiner ersten öffentlichen Auftritte hatte der Makerspace Wiesbaden übrigens auf der 3. Make Rhein-Main.

Der Holzwurm des Makerspace Wiesbaden: Michael Ziem
Michael Ziem, Initiator und Vorstand des Makerspace Wiesbaden e.V.
Michael, ein Jahr ist rum: herzlichen Glückwunsch von der Make Rhein-Main! Welche Erfahrungen habt ihr gemacht?

Geraden in den letzten Wochen haben wir in Wiesbaden verstärkte Aufmerksamkeit bekommen, da wir den „Change Maker Slam“ gewonnen haben. Unser Konzept eines eher untypischen Makerspaces mit einer großen Holzabteilung geht gut auf.

Ich glaube daran, dass ein Makerspace ein sehr, sehr breites Spektrum bieten sollte. Ich sag mal so: Grundsätzlich kann auch die strickende Oma bei uns gerne stricken. Das wäre kein Thema.

Was bietet ihr den Holzwürmern denn im Einzelnen?

Auf unseren rund 170 Quadratmetern Fläche haben wir einfache Hobbymaschinen, noch keine Profimaschinen, mit den wir fräsen und schneiden.

Besonders stolz sind wir auf unsere CNC-Fräse – das ist zwar auch noch Freizeitbereich, da sie nur drei und nicht vier oder fünf Achsen hat, aber das auf einer Fläche von rund einem Quadratmeter. Das ist schon für Hobby relativ groß, da kann man einiges machen.

Zusätzlich haben wir den großen Luxus, dass direkt nebenan eine große Schreinerei sitzt. Falls wir mal wirklich große Hobelmaschinen oder Sägen brauchen, können wir das dort machen.

Verzichtet ihr ganz auf High-Tech?

Nein, unser High-Tech-Bereich ist ebenfalls gar nicht so schlecht aufgestellt. Wir haben inzwischen drei 3D-Drucker, darunter einen großen mit einem Bauraum von ca. 40x40x40 cm.

Außerdem haben wir einen 45 Watt Lasercutter und wir bauen gerade selbst an einem großen Lasercutter, den wir wahrscheinlich auch öffentlich zugänglich machen werden.

Wir finanzieren das zum Großteil mit unserem eignen Geld – immer wenn das Gehalt eingeht, kommt was dazu.

Wir sehen uns als Teil der Sharing Economy: Wir teilen den Raum, die Maschinen und das Wissen. Wir haben nicht nur Holzwürmer, sondern auch IT-Fachleute und Elektronikingenieure, sodass man sich auf eine ganz tolle Weise unterstützen kann.

Und was plant ihr fürs zweite Jahr?

Wir planen, jetzt auch Workshops anzubieten, in denen wir die Grundlagen für die CNC-Fräse und die Erstellung von CAD-Projekten vermitteln.

Außerdem soll es Beton-Workshops geben. Übrigens ist auch das Arbeiten mit Beton kinderleicht. Einfach Wasser und Zement zusammengießen und zum Beispiel in Formen kippen.

Das macht auch den Kids Spaß!

Project

Makerspace Wiesbaden

Maker

Michael Ziem, 1. Vorsitzender

Connections

www.makerspacewi.de

Events

Austeller auf der 3. MAKE Rhein-Main im Januar 2016 in Frankfurt

mibo - der Roboter zum Selberbauen

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