Steckbrief

Ist das noch eine Maschine? Wenn du in die eisblauen Augen des InMoov aus Darmstadt schaust, kommen dir die Zweifel. Der Roboter sieht aus wie ein wissbegieriger junger Mensch.

Und er wächst und erlernt ständig neue Fähigkeiten. Faszinierend.

Als der InMoov zum ersten Mal auf einer unserer Messen „auftrat“, der 3. Make Rhein-Main im Januar 2016 in Frankfurt, verfügte er nur über Kopf, Rückgrat und den rechten Arm. Inzwischen hat er sich schwer gemauster.

Ein „ausgewachsener“ InMoov – wie das Exemplar des französischen InMoov-Erfinders Gael Langevin – kann sich frei im Raum bewegen und ist ein mannshoher Humanoide. Gaels weltweites open-source Projekt haben wir euch schon in diesem Artikel vorgestellt.

Der Darmstäder InMoov ist ein Projekt der Hochschule h_da. Seit April 2015 drucken Studierende um Prof. Neser mithilfe von 3D-Druckern Teile – vom Fingerglied bis zur Kopfplatte – und bauen Servos und elektronische Steuerungsteile ein. Inzwischen verfügt er auch über eine Kinect, die ihn bei der Interaktion mit Menschen unterstützt.

Einige Funktionen sollen noch hinzukommen, aber für die Darmstädter ist die freie Beweglichkeit nicht das Ziel: Es geht ihnen hauptsächlich um die Softwareprogrammierung.

Video: Der InMoov aus Darmstadt kann sogar sprechen 

Im Sommersemester 2016 standen die 3D-Drucker am Campus kaum still. Die Studis Laura Beutel, Ann-Katrin Riedel, Felicitas Schmitz, Steffen Fleck und Michael Kaiser sowie der HiWi Tom Bachmann werkelten fleißig.

Hier erklärt Ann-Katrin auf der 3. Make Rhein-Main einem Journalisten, das Robo-Projekt.

Jetzt hat ihr InMoov auch einen linken Arm, kann greifen UND sogar sprechen! Auch wenn sie immer wieder auf Schwierigkeiten stießen, konnten die Studierenden die Probleme lösen und das Projekt zuletzt einen großen Schritt voran bringen.

„Dabei haben wir die Mechanik verbessert und unter anderem durchgebrannte Servos ersetzt. Weiterhin haben wir an der Erweiterung mit der Kinect gearbeitet, damit der InMoov räumlich ´sehen‘ kann“, erklärt Ann-Katrin.

Das ist eine Vorraussetzung, damit er später laufen und tanzen kann. „Wir haben außerdem noch eine Gesichtserkennung implementiert und dem InMoov eine neue Stimme verliehen,“ sagt Ann-Katrin.

Beim Bau des komplexen humanoiden Roboters, Neues zu lernen und auszuprobieren, begeistert sie.

„Am meisten Spaß gemacht hat mir dabei, dass wir von Anfang an alles selbst erarbeiten konnten –  also von der Servoauswahl und Vorgehensweise“, sagt Ann-Katrin. „Wir hatten zwar den Leitfaden von Gael Langevin – aber da nicht immer alle Teile bestellbar waren, mussten wir uns auch Alternativen überlegen. Das hat uns natürlich nicht so schnell voran gebracht, aber hat umso mehr Spaß gemacht.“

Projekt
Projekt InMoov der Hochschule Darmstadt h_da, Teil 2
Maker
Studis und Prof. Neser
Connections
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Das Tolle am InMoov ist auch, dass zwar die Technik dahinter viel Detailwissen abverlangt, aber wer den Roboter sieht, wird sofort neugierig. „Es ist auch schön etwas zu erstellen, an dem auch andere ihre Freude haben können, wenn wir den InMoov etwa auf Messen wie der ´Make Rhein-Main´ ausstellen.“

Tatsächlich war der Darmstädter Roboter auf unseren Messen immer ein Blickfang, für den sich viele Besucher sehr interessiert haben. Das nächste Mal kann man sich vielleicht schon mit ihm unterhalten, wer weiß?!

Hast du auch so ein tolles Projekt, das wir mal vorstellen sollen?
Dann melde dich beim Autor:
roman(ä)make-rhein-main.de

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