Bologna? Mehr als Spaghetti.
Als Stadt ist Bologna weniger ikonisch als Florenz, Venedig oder Rom – und doch voller Leben. In Bologna treffen rund 400.000 Einwohner auf über 100.000 Studierende. Kein Zufall: Mit der University of Bologna steht hier seit 1088 die älteste Universität der Welt.
An der Biblioteca Salaborsa kommt man in Bologna kaum vorbei: direkt an der Piazza del Nettuno, mitten im Zentrum, zwischen Brunnen, Touristen und Espresso. Die Stadtbibliothek wirkt wie das offene Wohnzimmer der Stadt. Innen dann der Bruch – ein Glasboden mit Blick auf römische Ausgrabungen, darüber Lernen, Lesen, Arbeiten.

Was ist das Salaborsa Lab?
Das neue Lab ist ein Lern-Labor für alle, der Stadt Bologna. Das Salaborsa Lab liegt in einem ehemaliger Klosterkomplex (Santi Leonardo e Orsola), heute umgebaut zum Lern- und Medienlabor der Stadtbibliothek.
Die KIs verwechseln Bib und Lab gerne noch und schicken einen häufig in die falsche Richtung.
Also Achtung: Ein paar Gassen weiter, abseits der klassischen Touristenpfade, liegt das Salaborsa Lab in der Via/Vicolo Bolognetti. Das ist Kein Prestige-Ort, sondern bewusst niedrigschwellig und mitten im bologneser Bürgerleben.
Hier geht es nicht um High-End-Innovation oder Startup-Pitches. Sondern um Zugang.
Für Anwender, nicht für Kunden.
„Wir sind nicht für Kunden da, sondern für Anwenderinnen und Anwender“, sagt ein Angesteller im Salaborsa Lab. Das sei ein Kernmerkmal des Labs.
Beim Besuch vor Ort läuft im Media-Raum ein Kurs für Seniorinnen und Senioren, die den Umgang mit digitalen Alltagsfragen lernen. Parallel dazu Workshops zu Coding, Robotik, Arduino und 3D-Druck. Kein Hype, kein Buzzword-Overload – sondern strukturierter Einstieg.
Alltag trifft Geschichte
Das Ambiente verstärkt diesen Ansatz: dicke Mauern, Gewölbe, Innenhof. Räume, die eher zur Konzentration als zur Selbstdarstellung einladen. Wo früher Rückzug und Bibel-Studium stattfanden, wird heute an Mikrocontrollern programmiert.

Gerade dieser Kontrast macht den Ort besonders: Die Fresken im Aufgang zum Salaborsa Lab
Technologielernen wirkt hier nicht wie Event, sondern wie Praxis.
Bologna zeigt damit ein Modell, das man selten sieht: ein bewusst ruhiger, historisch gewachsener Ort, der digitale Bildung als Teil des Alltags verstehen will.
Alltag, Geschichte und Zukunft greifen hier ineinander.